Liquiditätsplanung für Hersteller

Marcus Smolarek

Marcus Smolarek

Gründer von finban

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Produzierende Unternehmen stehen vor einer einzigartigen Cashflow-Herausforderung: Rohstoffe und Material müssen lange vor dem Verkauf bezahlt werden, Produktionszyklen binden Kapital, und Kunden zahlen erst nach Lieferung. Eine vorausschauende Liquiditätsplanung ist für Hersteller daher unverzichtbar.

Warum brauchen Hersteller eine Liquiditätsplanung?

HerausforderungProblemLösung
Materialkosten vorfinanzierenRohstoffe müssen vor Produktion bezahlt werdenEinkaufsplanung an Auftragseingang koppeln
Lange ProduktionszyklenWochen/Monate zwischen Einkauf und VerkaufCashflow-Puffer kalkulieren
Zahlungsziele 30–90 TageKunden zahlen erst weit nach LieferungAbschlagsrechnungen, Factoring prüfen
MaschinenausfälleUngeplante Reparaturen kosten sofortInstandhaltungsbudget und Reserve
RohstoffpreisschwankungenStahl, Energie, Kunststoff schwanken starkSzenarien mit verschiedenen Preisen planen
Saisonale NachfrageProduktion muss auf Vorrat erfolgenLiquiditätsreserve für Vorsaison aufbauen

Typische Kostenstruktur eines Herstellers

KostenartAnteil am UmsatzHinweis
Material & Rohstoffe30–50 %Größter variabler Posten
Personal (Produktion)20–30 %Schichtarbeit, Überstunden
Maschinen & Instandhaltung5–15 %Abschreibungen + Reparaturen
Energie3–10 %Stark branchenabhängig
Lager & Logistik3–8 %Fertigware + Rohstoffe
Verwaltung & Vertrieb5–10 %Büro, IT, Vertrieb
Gewinnmarge5–12 %Branchentypisch moderat

Der Produktions-Cashflow-Zyklus

PhaseZeitpunktCashflow-Effekt
MaterialeinkaufT−60Großer Abfluss
ProduktionT−60 bis T0Personalkosten, Energie
Fertigstellung & LagerungT0Kapital gebunden
Auslieferung & RechnungT+7Umsatz verbucht
ZahlungseingangT+37 bis T+97Geld kommt (30–90 Tage ZZ)

Problem: Zwischen Materialeinkauf und Zahlungseingang liegen oft 90–150 Tage.

Liquiditätsplanung: Schritt für Schritt

1. Auftragseingang als Basis

Anders als im Handel oder bei SaaS beginnt die Planung beim Auftragseingang:

  • Bestätigte Aufträge → sichere Einnahmen (mit Zahlungsziel)
  • Offene Angebote → gewichtet nach Wahrscheinlichkeit
  • Rahmenverträge → planbare Grundauslastung

2. Materialplanung und Einkauf

Material-StrategieCashflow-EffektRisiko
Just-in-TimeWeniger gebundenes KapitalLieferengpass-Risiko
LagerhaltungMehr gebundenes Kapital, aber sicherKapitalbindung
RahmenverträgeBessere Preise, planbarMindestabnahmen

3. Szenarien durchspielen

  • Was passiert bei 20 % Rohstoffpreisanstieg?
  • Was, wenn ein Großkunde 90 statt 30 Tage zahlt?
  • Was, wenn eine Maschine ausfällt und Produktion 2 Wochen stillsteht?

Wichtige KPIs für Hersteller

KPIFormelZielwert
Materialkosten-QuoteMaterialkosten ÷ Umsatz< 40 %
Cash Conversion CycleDIO + DSO − DPO< 60 Tage
Working CapitalUmlaufvermögen − kurzfr. VerbindlichkeitenPositiv
AuslastungsgradTatsächliche ÷ max. Produktionskapazität75–90 %
Forderungslaufzeit (DSO)Offene Forderungen ÷ (Umsatz ÷ 365)< 45 Tage

So hilft finban bei der Liquiditätsplanung

Mit einer Cashflow-Software wie finban kannst du:

  • Materialkosten und Zahlungseingänge zeitlich gegenüberstellen
  • Produktionszyklen in die Cashflow-Prognose einbauen
  • Szenarien durchspielen: Was passiert bei Rohstoffpreisanstieg?
  • Forderungen im Blick behalten und Zahlungsverzug erkennen
  • Liquiditätsengpässe Wochen im Voraus erkennen

Cashflow in der Produktion planen

Zwischen Materialeinkauf, Produktionskosten und langen Zahlungszielen braucht jeder Hersteller einen klaren Blick auf die Liquidität. Mit finban verbindest du dein Bankkonto, siehst Einnahmen und Ausgaben in Echtzeit und planst voraus.

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