Die besten Tools für Liquiditätsplanung im Vergleich. Von KI-gestützter Cashflow-Prognose bis Excel-Alternative – finde das richtige Tool für dein Unternehmen.
Zuletzt aktualisiert: 7. September 2026
Marcus Smolarek
Gründer von finban
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Das Wichtigste in Kürze
Von 10 Tools nennen 7 ihren Preis öffentlich, 3 nur auf Anfrage — wer vergleichen will, muss bei einem Teil des Marktes erst ins Gespräch.
Es gibt kein pauschal bestes Tool. Entscheidend sind Unternehmensgröße, das vorhandene Buchhaltungssystem und ob du eine direkte Bankanbindung brauchst oder mit Dateiimport auskommst.
Für KMU und Start-ups im DACH-Raum sind spezialisierte Tools mit Open-Banking-Anbindung der schnellste Einstieg; Anbieter ohne öffentliche Preise richten sich in der Regel an größere Organisationen.
Excel und Google Sheets sind ein legitimer Start — aber ohne automatische Bankanbindung und ohne Szenarien wächst der Pflegeaufwand mit dem Unternehmen.
Preisniveau bezieht sich auf den günstigsten öffentlich genannten Monatstarif: € bis 50 €, €€ 50–150 €, €€€ über 150 €. Anbieter ohne veröffentlichte Preise stehen auf „Auf Anfrage“. Bewusst als Stufe statt als Zahl — Anbieterpreise ändern sich, ohne dass wir es sehen.
finban
4.8(OMR)
finban bietet tagesaktuelle Liquiditätsplanung mit automatischer Bankanbindung, KI-gestützten Szenarien und intuitiver Oberfläche. Bankkonten lassen sich direkt anbinden, sodass Umsätze automatisch importiert und kategorisiert werden. Die Szenarienplanung ermöglicht es, verschiedene Zukunftsszenarien durchzuspielen – etwa bei geplanten Investitionen, Personalaufbau oder saisonalen Schwankungen. Ideal für KMUs, Start-ups und Gründer, die ihre Finanzen professionell im Griff haben wollen, ohne dafür einen Controller einstellen zu müssen.
Agicap ist eine französische Cashflow-Management-Plattform, die sich auf mittelständische Unternehmen mit komplexen Strukturen spezialisiert hat. Die Plattform glänzt besonders bei der Konsolidierung mehrerer Gesellschaften und bietet Echtzeit-Übersichten über die gesamte Unternehmensgruppe. Agicap verbindet sich direkt mit Bankkonten und ERP-Systemen und ermöglicht automatisierte Cashflow-Forecasts. Das Tool richtet sich primär an Unternehmen, die bereits über etablierte Finanzprozesse verfügen und eine zentrale Plattform für ihre Liquiditätssteuerung suchen.
Stärken von Agicap
Starke Multi-Entity-Konsolidierung
Automatische Bankanbindung
Gute Berichtsfunktionen
ERP-Integration möglich
Schwächen von Agicap
Hohe Einstiegskosten
Einrichtung kann komplex sein
Keine kostenlose Testversion
Das kostet Agicap
Preisniveau: Auf AnfrageIdeal für: Mittelständische Unternehmen
Commitly ist ein österreichisches Cashflow-Tool, das sich speziell auf den DACH-Raum konzentriert. Die Plattform bietet eine direkte Bankintegration und kategorisiert Transaktionen automatisch, sodass ein aktuelles Bild der Liquiditätslage entsteht. Commitly eignet sich besonders für kleine Unternehmen und Freelancer, die eine unkomplizierte Lösung ohne lange Einarbeitungszeit suchen. Die Benutzeroberfläche ist bewusst einfach gehalten und setzt auf Übersichtlichkeit statt Feature-Überfluss.
Stärken von Commitly
Speziell für DACH-Markt entwickelt
Einfache Bedienung
Direkte Bankanbindung
Automatische Kategorisierung
Schwächen von Commitly
Begrenzte Szenarienfunktionen
Wenige Integrationen
Eingeschränkte Reporting-Optionen
Das kostet Commitly
Preisniveau: €€Ideal für: Kleine Unternehmen & Freelancer
Helu (ehemals Dein Controller) bietet KI-basierte Finanzplanung mit starkem Fokus auf die Anbindung an Buchhaltungssysteme wie DATEV. Die Plattform bereitet Buchhaltungsdaten automatisch auf und erstellt daraus aussagekräftige Finanz-Dashboards und Berichte. Besonders für Unternehmen, die eng mit ihrem Steuerberater zusammenarbeiten und DATEV als zentrales System nutzen, bietet Helu einen nahtlosen Workflow. Die Plattform geht über reine Liquiditätsplanung hinaus und liefert auch betriebswirtschaftliche Auswertungen und Kennzahlen.
Stärken von Helu
Starke DATEV-Integration
Automatische Datenaufbereitung
Reporting-Dashboards
BWA-Auswertungen in Echtzeit
Schwächen von Helu
Fokussiert auf Buchhaltungsdaten
Einstieg erfordert Buchhalter-Setup
Weniger geeignet ohne DATEV
Das kostet Helu
Preisniveau: Auf AnfrageIdeal für: Unternehmen mit DATEV-Anbindung
Tidely ist ein deutsches Liquiditätsplanungstool mit Fokus auf automatische Kategorisierung und Soll-Ist-Vergleiche. Die Plattform verbindet sich mit Bankkonten und ordnet Transaktionen automatisch zu, was den manuellen Aufwand deutlich reduziert. Tidely bietet übersichtliche Dashboards für die tägliche Liquiditätsüberwachung und ermöglicht die Erstellung von Forecasts auf Basis historischer Daten. Das Tool ist besonders bei deutschen KMUs beliebt, die eine 'Made in Germany'-Lösung mit deutschem Support bevorzugen.
Float ist ein etabliertes Cashflow-Forecasting-Tool aus Großbritannien, das sich nahtlos mit Buchhaltungssoftware wie Xero, QuickBooks und FreeAgent verbindet. Die Plattform erstellt visuelle Cashflow-Prognosen und ermöglicht es, verschiedene Szenarien durchzuspielen. Float aktualisiert Forecasts automatisch auf Basis der Buchhaltungsdaten und bietet eine intuitive Benutzeroberfläche mit Drag-and-Drop-Funktionalität. Für Unternehmen im englischsprachigen Raum mit Xero oder QuickBooks ist Float eine starke Wahl.
Stärken von Float
Sehr gute Xero/QuickBooks-Integration
Visuelle Cashflow-Szenarien
Regelmäßige Updates
Intuitive Benutzeroberfläche
Schwächen von Float
Primär für englischsprachige Märkte
Keine DATEV-Integration
Eingeschränkte DACH-Bankanbindung
Das kostet Float
Preisniveau: €€Ideal für: Unternehmen mit Xero/QuickBooks
Calxa bietet umfassende Budgetierung und Cashflow-Prognosen mit starkem Fokus auf Reporting und KPI-Tracking. Die Plattform ist besonders im australischen und britischen Markt verbreitet und zeichnet sich durch detaillierte Berichtsfunktionen aus. Calxa ermöglicht die Erstellung von Cashflow-Budgets, Soll-Ist-Vergleichen und individuellen KPI-Dashboards. Die Software richtet sich an Unternehmen, die über die reine Liquiditätsplanung hinaus auch eine vollständige Budgetierungs- und Reporting-Lösung suchen.
Pulse ist eine bewusst einfach gehaltene Cashflow-Management-App, die sich an Freelancer und Solopreneure richtet. Die Plattform setzt auf manuelle Dateneingabe und bietet dafür eine besonders übersichtliche visuelle Darstellung der Cashflow-Entwicklung. Pulse ermöglicht die Erstellung einfacher Prognosen und die Simulation verschiedener Einnahme-/Ausgabe-Szenarien. Für Einzelunternehmer, die keine komplexe Software benötigen und ihren Cashflow mit minimalem Aufwand im Blick behalten wollen, ist Pulse eine unkomplizierte Option.
Planful (ehemals Host Analytics) ist eine Enterprise-FP&A-Plattform (Financial Planning & Analysis), die weit über Liquiditätsplanung hinausgeht. Die Plattform bietet umfangreiche Funktionen für Budgetierung, Forecasting, Konsolidierung und Finanzberichterstattung auf Enterprise-Niveau. Planful richtet sich an Finanzabteilungen großer Unternehmen und Konzerne mit komplexen Anforderungen an Finanzplanung und -analyse. Die Implementierung erfordert in der Regel ein dediziertes Projektteam und mehrere Monate Einführungszeit.
Stärken von Planful
Enterprise-grade Funktionalität
Starke Konsolidierung
Umfangreiche Berichterstellung
Workflow-Automatisierung
Schwächen von Planful
Sehr hohe Kosten
Lange Implementierungszeit
Überdimensioniert für KMUs
Das kostet Planful
Preisniveau: Auf AnfrageIdeal für: Große Unternehmen & Konzerne
Die klassische Lösung für Liquiditätsplanung: Mit Excel oder Google Sheets lässt sich ein vollständig individueller Liquiditätsplan erstellen. Viele Unternehmen starten mit Spreadsheets, da sie bereits vorhanden und flexibel anpassbar sind. Allerdings erfordert die manuelle Pflege erheblichen Zeitaufwand, und ohne automatische Bankanbindung müssen Daten manuell eingepflegt werden. Mit wachsender Komplexität steigt das Fehlerrisiko deutlich. Für den Einstieg oder sehr einfache Anforderungen kann ein Spreadsheet ausreichen – für professionelle Liquiditätsplanung empfiehlt sich jedoch ein spezialisiertes Tool.
Liquiditätsplanung ist der Prozess, mit dem Unternehmen sicherstellen, dass sie jederzeit über ausreichend liquide Mittel verfügen, um ihre laufenden Verpflichtungen zu erfüllen. Dazu gehören Gehälter, Mieten, Lieferantenrechnungen, Steuerzahlungen und Kreditraten. Eine solide Liquiditätsplanung gibt Unternehmern die Sicherheit, dass sie auch in schwierigen Zeiten zahlungsfähig bleiben.
Warum ist Liquiditätsplanung so wichtig?
Nicht fehlende Profitabilität eröffnet ein Insolvenzverfahren, sondern Zahlungsunfähigkeit: § 17 InsO macht sie zum allgemeinen Eröffnungsgrund. Ein Unternehmen kann auf dem Papier profitabel sein und trotzdem in eine Zahlungskrise geraten, wenn Einnahmen und Ausgaben zeitlich auseinanderfallen. Typische Ursachen sind:
Zahlungsverzögerungen von Kunden – Rechnungen werden erst nach 30, 60 oder 90 Tagen bezahlt
Saisonale Schwankungen – Umsätze schwanken, aber Fixkosten bleiben konstant
Wachstumsschmerzen – Investitionen in Personal, Lager oder Marketing belasten die Liquidität, bevor sie Umsatz generieren
Unerwartete Ausgaben – Reparaturen, Steuernachzahlungen oder Lieferantenausfälle
Worauf sollte man bei der Wahl eines Liquiditätsplanungstools achten?
Bei der Auswahl des richtigen Tools für die Liquiditätsplanung spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
Automatische Bankanbindung: Tools, die sich direkt mit dem Bankkonto verbinden, sparen erheblich Zeit und reduzieren Fehler bei der manuellen Dateneingabe. Im DACH-Raum ist die Unterstützung lokaler Banken ein wichtiges Kriterium.
Szenarienplanung: Die Möglichkeit, verschiedene Zukunftsszenarien durchzuspielen (Best Case, Worst Case, Realistisch), hilft bei der strategischen Entscheidungsfindung – etwa vor einer Investition oder Einstellung.
Benutzerfreundlichkeit: Ein Tool ist nur so gut wie seine Akzeptanz im Team. Eine intuitive Oberfläche und schnelle Einrichtung sind entscheidend, damit die Liquiditätsplanung nicht zur lästigen Pflicht wird.
Integrationen: Die Anbindung an bestehende Systeme wie Buchhaltungssoftware (DATEV, Lexware Office, sevdesk) oder ERP-Systeme spart doppelte Datenpflege.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Gerade für Start-ups und kleine Unternehmen ist ein kostengünstiger Einstieg wichtig. Einige Tools bieten kostenlose Basispläne, die für den Anfang ausreichen.
Für welche Unternehmensgröße und Branche eignet sich welches Tool?
Die Frage nach dem besten Tool lässt sich seriös nur je Geschäftsmodell beantworten, weil die Mechanik der Kapitalbindung sich unterscheidet: Ein Handwerksbetrieb finanziert Material vor und wartet auf Abnahmen, ein SaaS-Unternehmen finanziert die Akquise vor, ein Händler den Bestand. Davon hängt ab, welche Funktionen überhaupt zählen.
Die Wahl des richtigen Liquiditätsplanungstools hängt von der Unternehmensgröße, den vorhandenen Systemen und dem Budget ab. für Unternehmen und Unternehmensgruppen im DACH-Raum bieten spezialisierte Tools wie finban, Commitly oder Tidely den besten Einstieg – mit automatischer Bankanbindung, einfacher Bedienung und fairen Preisen. Größere Unternehmen mit komplexen Strukturen profitieren von Lösungen wie Agicap oder Planful. Und wer gerade erst startet, kann mit einer einfachen Excel-Vorlage beginnen – sollte aber den Umstieg auf ein spezialisiertes Tool nicht zu lange hinauszögern.
finban im direkten Vergleich
Wer zwei konkrete Anbieter gegeneinander abwägt, findet hier den direkten Vergleich — jeweils mit Funktionen, Zielgruppe und Grenzen.
Es gibt keine, die für alle die beste ist — und jeder Anbieter, der das über sich behauptet, beantwortet eine andere Frage als deine. Sinnvoll ist die Auswahl entlang von vier Punkten:
Brauchst du eine direkte Bankanbindung oder reicht ein Dateiimport? Das ist der größte Unterschied im Tagesaufwand.
Welches Buchhaltungssystem nutzt du? Ein Tool, das DATEV, Lexware Office oder sevdesk nicht kennt, bedeutet doppelte Pflege.
Wie viele Gesellschaften musst du abbilden? Multi-Entity-Konsolidierung trennt die Mittelklasse vom Enterprise-Segment deutlich.
Wird der Preis öffentlich genannt? Anbieter ohne Preisangabe richten sich meist an größere Organisationen; das ist ein Hinweis auf die Zielgruppe, nicht auf die Qualität.
Wer klein anfängt und schnell etwas Belastbares braucht, ist mit einem spezialisierten DACH-Tool gut bedient. Wer mehrere Gesellschaften konsolidiert, landet fast zwangsläufig im oberen Segment.
Welche kostenlose Software zur Liquiditätsplanung gibt es?
Vollständig kostenlose Liquiditätsplanungs-Software gibt es praktisch nicht — kostenlos sind Tabellenkalkulationen. Google Sheets ist gratis, Microsoft Excel ist Teil eines Abonnements. Beide planen Liquidität, wenn du die Struktur selbst baust.
Was sie nicht leisten: automatische Bankanbindung, Kategorisierung von Umsätzen und Szenarien, die sich mit den Ist-Zahlen mitbewegen. Der Aufwand dafür wächst mit dem Unternehmen. Die meisten spezialisierten Anbieter haben stattdessen eine kostenlose Testphase — der übliche Weg, ein Tool ohne Kosten auszuprobieren.
Wie erstelle ich einen Liquiditätsplan einfach?
In vier Schritten, unabhängig vom Werkzeug:
Startsaldo aller Bankkonten als Ausgangspunkt festhalten.
Wiederkehrende Auszahlungen eintragen — Löhne, Miete, Versicherungen, Kreditraten, Steuervorauszahlungen. Diese kennst du und sie sind der stabile Teil.
Erwartete Einzahlungen ansetzen, und zwar mit dem Datum, an dem das Geld voraussichtlich eingeht, nicht mit dem Rechnungsdatum. Der Unterschied ist der ganze Punkt.
Wöchentlich fortschreiben und die Abweichung zum Plan ansehen. Ein Plan, der nie mit der Realität abgeglichen wird, ist eine Schätzung.
Welche Methoden gibt es für die Liquiditätsplanung?
Drei Verfahren, die sich ergänzen statt auszuschließen:
Direkte Methode — Einzahlungen und Auszahlungen werden einzeln geplant. Genau im kurzen Horizont, üblicherweise 13 Wochen, und das operative Standardverfahren.
Indirekte Methode — ausgehend vom Ergebnis werden nicht zahlungswirksame Posten und Working-Capital-Veränderungen zurückgerechnet. Üblich für längere Horizonte und für die Abstimmung mit der Planungsrechnung.
Szenarienrechnung — dieselbe Planung unter verschiedenen Annahmen, typischerweise Base, Worst und Best Case. Sie ersetzt die anderen beiden nicht, sondern zeigt die Bandbreite.