Ist-Versteuerung: Umsatzsteuer erst bei Zahlungseingang

Bei der Ist-Versteuerung führst du die Umsatzsteuer erst ab, wenn der Kunde bezahlt hat – nicht schon bei Rechnungsstellung. Das schont die Liquidität. Wer sie nutzen darf, wie du sie beantragst und der Vergleich zur Soll-Versteuerung.

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Ist-Versteuerung: Umsatzsteuer erst bei Zahlungseingang
Marcus Smolarek

Marcus Smolarek

Gründer von finban

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Auf einen Blick: Bei der Ist-Versteuerung führst du die Umsatzsteuer erst dann ans Finanzamt ab, wenn dein Kunde tatsächlich bezahlt hat – nicht schon bei der Rechnungsstellung. Das schont deine Liquidität, weil du keine Steuer auf noch offene Rechnungen vorfinanzieren musst. Wer sie nutzen darf und wie du sie beantragst, liest du hier.

Was ist die Ist-Versteuerung?

Die Ist-Versteuerung (§ 20 UStG) ist ein Wahlrecht bei der Umsatzsteuer. Maßgeblich für die Steuerentstehung ist der Zeitpunkt des Zahlungseingangs: Du meldest und zahlst die Umsatzsteuer erst, wenn das Geld auf deinem Konto ist. Das Gegenstück ist die Soll-Versteuerung, bei der die Steuer bereits mit der Rechnungsstellung fällig wird.

Symbolbild: Umsatzsteuer erst bei Zahlungseingang abführen – Ist-Versteuerung

Ist- vs. Soll-Versteuerung

MerkmalIst-VersteuerungSoll-Versteuerung
USt fällig beiZahlungseingangRechnungsstellung
LiquiditätgeschontUSt wird vorfinanziert
VoraussetzungAntrag, ≤ 800.000 € Umsatz oder Freiberufler:inkeine (Regelfall)

Eine ausführliche Gegenüberstellung mit Beispiel und Entscheidungshilfe findest du in Soll- oder Ist-Versteuerung im Vergleich.

Wer darf die Ist-Versteuerung nutzen?

Die Ist-Versteuerung ist möglich, wenn du

  • im Vorjahr einen Gesamtumsatz von höchstens 800.000 € hattest, oder
  • nicht buchführungspflichtig bist, oder
  • Freiberufler:in bist (unabhängig vom Umsatz).

Vorteile für deine Liquidität

Der Hauptvorteil liegt auf der Hand: Du zahlst keine Umsatzsteuer für Rechnungen, die noch gar nicht beglichen sind. Bei langen Zahlungszielen oder vielen offenen Posten bleibt so spürbar mehr Geld im Unternehmen.

Tipp: Egal welche Methode du wählst – entscheidend ist, dass du jederzeit weißt, wie viel Umsatzsteuer ans Finanzamt fließt und wie lange dein Geld reicht. Unsere Liquiditätsplanungs-Software verbindet sich automatisch mit deinen Bankkonten und zeigt dir tagesgenau deinen Cashflow – inklusive der anstehenden Steuerzahlungen.

So beantragst du die Ist-Versteuerung

Ein formloser Antrag beim Finanzamt reicht aus – Neugründer:innen können die Methode direkt zu Beginn wählen. Die laufende Meldung läuft anschließend über die Umsatzsteuervoranmeldung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zur Soll-Versteuerung?

Bei der Soll-Versteuerung wird die USt mit der Rechnung fällig, bei der Ist-Versteuerung erst mit dem Zahlungseingang. Den vollständigen Vergleich findest du unter Soll- oder Ist-Versteuerung.

Lohnt sich die Ist-Versteuerung für mich?

Wenn du sie nutzen darfst und längere Zahlungsziele hast, in der Regel ja – sie verbessert deine Liquidität. Im Detail solltest du das mit deinem Steuerberater abstimmen.

Bis zu welchem Umsatz ist sie erlaubt?

Bis 800.000 € Vorjahresumsatz; Freiberufler:innen unabhängig vom Umsatz.